12   Vermehrung der Wildbirne

      Status: aktuell

Der Kalkmagerrasen wurde 4 Jahre nicht bearbeitet.

Besonders der Schwarzdorn, auch Schlehdorn genannt (Prunus spinosa) beginnt sich auf der Fläche zu etablieren, was unbearbeitet zur Verbuschung der Fläche führen würde. Der Schwarzorn stellt als "Wurzelkriechpionier" eine Problemart für den Magerrasen dar.

Andererseits ist er eine der wichtigsten Nährpflanze für diverse, teilweisen seltene, Schmetterlings- und Vogelarten.

In dem Schutz der dornigen Pflanzen haben sich auf diesem rund 2700m² großen, trockenen, basenreichen Extremstandort rund 100 !!! Wildbirnen durch generative Vermehrung etabliert.

In den letzten 25 Jahren konnte eine solche Vermehrung nicht beobachtet werden.

Diese Pflanzen wurden gesichtet und markiert, um ein Wiederauffinden im laublosen Zustand zu ermöglichen.

Rund 5 „Verdachtsfälle“ für den Wildapfel wurden ebenfalls aufgefunden.

Der größte Teil wurde bereits vom Wild verbissen, ist aber in gutem Zustand.

Auch in der Hecke wurden verjüngte Exemplare bestätigt.

 

Die angrenzende Fläche aus Fichte und Kiefer wurde im Sommer 2019 stark aufgelichtet. (Borkenkäferplage und Trockenschäden). Eine Wiederaufforstung soll unterbleiben.

Diese Fläche steht nun für eine Ausdehnung des „Warm-trocken-Gebüsches magerer Standorte“ (BTa) zu Verfügung. Es handelt sich um einen Extremstandort (BÜK 50) der so auch für eine Verbreitung der Wildbirne interessant ist. Auch hier könnten Exemplare aus der Magerrasenzone gepflanzt werden. Bereits vorhandene Einzelexemplare lassen vermuten, daß der Standort und das neue Lichtangebot geeignet sind.

 

Die Wissenschaft ist sich aktuell über den Hybridisierungsgrad der Wildbirne nicht einig. Darum sind auch die Vermehrungs- und Erhaltungsstrategien unklar. Vermehrung durch Stecklinge lässt genetische Verarmung befürchten, generative Vermehrung birgt die Gefahr einer weiteren Hybridisierung.

Solange diese Unklarheit besteht, wird immer wieder eine generative  in situ Vermehrung (am Ort) empfohlen. Besonders an geeigneten, mageren, trockenen Standorten (Kampfzonen des Waldes), an denen ein möglichst großer Abstand zu Kulturbirnen besteht.

Der Erhalt selbst ausgesamter Exemplare wird priorisiert.

Ab 100 Individuen, wird eine Population als "interessant" für eine Generhaltung "vor Ort" angesehen, das trifft für die Bisdorfer Wildbirnenpopulation zu.

Die Sicherung der hier vermehrten Individuen vor Ort, wird also nach momentanem Stand der Wissenschaft als "von allgemeinem Interesse" angesehen.

 

Seit 3 Jahren hält ein Imker mehrere Völker in unmittelbarer Nähe der Wildbirnen, in einem Radius von mindestens 1000m sind mir keine Kulturbirnen bekannt.

 

 17 Wildbirnen wurden mit Einzelbaumschutz versehen.

Alle weiteren Exemplare wurden zur Wiederauffindbarkeit markiert.

Aufgelöster Fichten, Kiefernbestand

Fläche mit generativ vermehrten Wildbirnen

Mitte März 2020: 

 

45 Exemplare der Wildbirne wurden im März 2020 auf dem Magerrasen ausgepflanzt und für das Projekt 12,

"Anlage einer Generhaltungsplantage" genutzt.

Weitere 22 Exemplare der Wildbirne und 9 Exemplare des Wildapfels wurden ausgepflanzt und werden in Containern, in einem Substrat aus 1/3 vor Ort gewonnenem Boden, 1/3 Sand und 1/3 Pflanzerde im Gewächshaus, bzw. Freiland vorgezogen. Sie sollen als Reserve für die Generhaltungsplantage dienen. Die restlichen Exemplare können später in die erweiterte Fläche des "Warm-trocken-Gebüsches magerer Standorte“ (BTa)", die inzwischen stark aufgelichtete wurde, gepflanzt werden. 

Etwa 10 Exemplare verbleiben, nur durch die Schwarzdornhecken geschützt, vor Ort. (Naturverjüngung)

Auspflanzarbeiten auf dem Magerrasen

Sicherung im Gewächshaus

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